Aus einer Bachelorarbeit über die Schwächen eines Laborshops wurde der Berufseinstieg. Dort habe ich das Frontend modernisiert — und gemerkt, dass sauberer Code ohne Usability nutzlos ist.
Als Frontend Developer modernisierte ich den bestehenden B2B-Webshop für Laborbedarf — und stieß schnell auf eine unangenehme Wahrheit: Sauberer Code allein löst keine Usability-Probleme. Also habe ich proaktiv strukturierte Usability-Tests eingeführt und mich vom Entwickler zum Anwalt der Nutzer gemacht.
Über Jahre gewachsene Magento-Plattform mit veraltetem Frontend - zentrale Funktionen wie Warenkorb und Produktsuche waren nur schwer auffindbar.
Auf Basis eines modularen Komponenten-Systems entwickelte ich die Oberfläche von Grund auf neu — und führte parallel strukturierte Usability-Tests nach der Thinking-Aloud-Methode ein. So wurde aus Code-Arbeit echte UX-Forschung.
In den Thinking-Aloud-Sessions sprachen die Tester aus, was sie beim Klicken dachten — und genau das machte verborgene Probleme greifbar. Drei Befunde waren besonders prägend und flossen direkt in die neue Version ein.
Test-Session #4, neolab Usability-Test. Eine Stammkundin sucht nach dem Warenkorb-Symbol. Sie scrollt, klickt auf zwei andere Icons und sagt schließlich:
„Ich weiß, dass es da irgendwo sein muss - aber das Symbol kenne ich nicht. Wo ist mein Korb?"
Die Schwächen, die meine Bachelorarbeit 2018 dokumentierte, sind hier direkt ihren Lösungen aus dem Redesign 2021 gegenübergestellt.
Drei Erkenntnisse, die meine Arbeit als Designer und Frontend-Developer nachhaltig geprägt haben.
Die Erkenntnis, dass die wertvollsten Lösungen im Verständnis der Nutzer liegen, war mein Wendepunkt. Diese Erfahrung hat meine Arbeit als Designer geprägt: Code, Design und Research gehören für mich seitdem zusammen.
"If you think good design is expensive, you should look at the cost of bad design."Ralf Speth